Verein


Der Lößnitzer SV 1847 ist ein traditionsreicher Kegelverein aus der idyllischen Bergstadt Lößnitz im Erzgebirge. In seinen Reihen existieren aktive Jugend-, Männer-, Frauen- sowie Seniorenmannschaften. Aus der erzgebirgischen Kegelsphäre ist Lößnitz schwer wegzudenken, zumahl im Namen des Sportvereins zahlreiche Erfolge errungen werden konnten. Darunter befinden sich beispielsweise Einzelmeister, Mannschaftsmeister, Pokalsiege, Paarkampfmeister sowie Teilnahmen an den DDR- und Deutschenmeisterschaften.

von der Jahrhundertwende bis zum krieg

Lößnitz ist eine der ältesten Städte des Erzgebirge und heute noch stark mit bergmännischen Traditionen und erzgebirgischem Brauchtum verbunden. So wundert es auch nicht, dass der Kegelsport in Lößnitz eine sehr lange Tradition vorweisen kann. Bereits um 1900 gab es in der Bergstadt zahlreiche Kegelbahnen, welche im "Gaststättenführer von Lößnitz" namentlich erwähnt wurden. Mit aufgeführt ist auch die ehemalige Spielstätte der Lößnitzer Kegler - die noch heute existente 1-Bahnanlage im "Gartenheim Erholung" an der Schneeberger Straße. Zur damaligen Zeit galt es auch als nichts Außergewöhnliches, dass die Kegel von Kinderhand wieder aufgestellt wurden.

 

Der am 3. Oktober 1924 gegründete "Kegelklub Simson" gilt als erster Kegelverein in Lößnitz. Der Lößnitzer SV 1847 betrachtet diesen aus heutiger Sicht jedoch nicht als seinen Gründungsverein, sondern vielmehr als seinen Wegbereiter. Für das offizielle Gründungsdatum unseres heutigen Kegelvereins wird die Bannerweihe des "Keglerverband Lößnitz im Erzgebirge" am 3. Juli 1932 herangezogen. Als erstes offizielles Relikt unseres Kegelklubs repräsentiert das Banner noch bis heute den Verein mit all seiner Tradition, Leidenschaft und Erfolgen.

Der 2. Weltkrieg und die Nachkriegszeit

Mit Beginn des 2. Weltkrieges bestand auch für die Lößnitzer Kegler ein Vereinsverbot und damit ein vorübergehendes Ende des aktiven Kegelsports in der Region. Sicher in einem Holzstapel versteckt wurde das Banner des "Keglerverband Lößnitz im Erzgebirge" von einem Sportfreund vor den Nazis und deren Machenschaften gerettet. Erst 1998 wurde dieses vollkommen verwittert und recht unbrauchbar wiederentdeckt. Für einen Geldbetrag im 4-stelligen Bereich hat man es jedoch originalgetreu und mit jeder Menge Liebe zum Detail rekonstruieren lassen. Heute ist das historische Banner sicher verpackt und fein säuberlich aufgehangen auf der Kegelbahn in der Erzgebirgshalle Lößnitz zu finden.

 

In der Nachkriegszeit fanden sich einige engagierte Sportfreunde zusammen, die den Kegelsport in Lößnitz erneut aufleben lassen wollten. Unter dem Namen "BSG Motor Lößnitz" schufen Fußballer und Kegler eine gute Grundlage für erfolgreichen DDR-Breitensport. Mit dem Blechformwerk Bernsbach/Lößnitz als Trägerbetrieb und städtischer Unterstützung war es möglich, dass in den Jahren 1963/64 im Gelände des "Stadions an der Talstraße" eine 2-Bahnanlage entstand. Diese Asphalt-Kegelbahn wurde zur neuen Heimat der Lößnitzer Kegler und im Jahr 1979 um Kegelstellautomaten erweitert. Diese waren zwar nicht immer zuverlässig, ersparten aber die mühseelige Handaufstellung der Kegel.

ab den 1990er Jahren

Mit der politischen Wende taten sich schwere Zeiten für die "BSG Motor Lößnitz" auf: Die finanzielle Unterstützung durch den Trägerbetrieb Blechformwerk Bernsbach/Lößnitz war ab sofort aufgrund von wirtschaftlichen Einbrüchen nicht mehr möglich. Infolgedessen wurde die Betriebssportgemeinschaft aufgelöst und zum Jahr 1990 der "Lößnitzer SV 1847" ins Leben gerufen. Dieser führte den Sportbetrieb seines Vorgängervereins in den bestehenden Abteilungen fort - darunter auch die Sektionen Fußball und Kegeln. Im Jahr 1993 schied die Abteilung Fußball jedoch aus dem Sportverein aus und gründete sich als "FC 1910 Lößnitz" neu. Heute beheimatet der "Lößnitzer SV 1847" neben dem Kegeln weiterhin die Abteilungen Reiten und Tischtennis.

 

Nachdem die Kegelbahn im "Stadion an der Talstraße" zu Beginn der 1990er Jahre erhebliche Mängel aufwies, entschloss sich die Stadt Lößnitz eine neue Stellanlage einzubauen. Damals schon bestand die Absicht eine automatische 4-Bahnanlage zu errichten, was mit dem Projekt "Erzgebirgshalle" in der Ringstraße letztendlich realisiert wurde. Diese dient dem Lößnitzer Kegelklub seit 1996 als moderne Heimspielstätte. Die 2-Bahnanlage im "Stadion an der Talstraße" unterdessen wird für den Spiel- als auch Freizeitbetrieb nicht mehr genutzt und wurde seither systematisch zurückgebaut.

Herzlicher Dank gilt der Stadt Lößnitz für die Bereitstellung der automatischen Kegelsportanlage in der Erzgebirgshalle als Heimspielstätte. Besonders herauszuheben seien hierbei Bürgermeister a. D. Gotthard Troll sowie Bürgermeister Alexander Troll für die sehr gute Zusammenarbeit. Und selbstverständlich sei auch allen Mitgliedern, Sportfreunden, Sponsoren und Gönnern des Lößnitzer SV 1847 herzlich gedankt für all die geleistete und zukünftige Arbeit!